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Des Menschen Wandel durch die Zeit, ist geprägt von Licht und Dunkelheit. Nach jeder Nacht kommt der Morgen, nach Freude wieder Kummer und Sorgen.
Wohin wenn die Sonne nicht mehr scheint? Mein Herz sucht das Licht und Hoffnung keimt. So mancher Weg führt durchs finstere Tal, Oh himmlischer Vater du siehst meine Qual.
Am Kreuz der Schande dort endet der Weg, Im Licht der Gnade wo ich vor Dir steh. Ein Wort der Macht: es ist vollbracht. Gottes Blut beendet die Nacht.
Liebe Freunde,
mit diesem Dichtversuch möchte ich euch dazu inspirieren, auch in dunklen Stunden die Gnade Gottes zu suchen. Wir alle sind im Lauf des Lebens mit Negativem und manchmal Schwermut konfrontiert, doch Gottes Liebe ist stärker und grösser. Ich bin immer wieder überrascht, wie ein Bibeltext es vermag mein Gemüt aufzuhellen. Eigentlich sollte es keine Überraschung sein, denn es ist ja das lebendige Wort Gottes, welches seit Generationen Menschen berührt und verändert. Weihnachten steht kurz bevor und für viele ist dies eine sehr schöne aber auch manchmal herausfordernde Zeit. Lasst uns den Fokus auf Gott richten, dessen Menschwerdung wir feiern. Geschenke, Essen, Gemeinschaft, Dekorationen und Weihnachtsbäume sind da zum Geniessen, aber schlussendlich doch nebensächlich. Wahre Weihnachten bedeutet, dass Jesus in unserem Herzen geboren wird. |
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Bild: Wechselspiel von Licht und Schatten mit einem Regenbogen über dem Heiligen Tal der Inkas. Der Regenbogen steht als Symbol für Gottes Bund mit seiner Schöpfung. |
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Viereinhalb Jahre in Peru
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Am 1. Juli 2020 sind wir in Peru gelandet, schon bald sind es viereinhalb Jahre. Wir sind dankbar und immer wieder überwältigt über die treue und grosszügige Unterstützung von euch, welche unsere Arbeit hier in Curahuasi erst möglich macht. Wir werden immer wieder gefragt, wie lange wir noch vorhaben in Peru zu bleiben. Wir können darauf jeweils keine klare Antwort geben, da wir es selbst nicht wissen. Claudia und ich haben beide schon in jungen Jahren eine Berufung für die Mission verspürt und sehen dies in gewisser Weise auch als lebenslangen Auftrag an. In welcher Form und ob dies in Peru, Kolumbien, der Schweiz oder irgend einem anderen Land sein wird, wissen wir nicht. Wir wollen uns auch nicht festlegen, sondern offen dafür sein, dass Gott uns führen kann so wie Er es bisher treu getan hat. Im Moment und bis auf Weiteres sehen wir unsere Aufgaben klar hier in Curahuasi und bei Diospi Suyana. |
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Bild: Der Dorfplatz (plaza de armas) von Curahuasi mit dem Kirchturm aus Lehm. |
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Von Mitte Juli bis Mitte Oktober waren wir für drei Monate in der Schweiz. Wir konnten viele von euch persönlich treffen, wertvolle Freundschaften pflegen und von unserer Arbeit hier in Peru erzählen. Bei den Vorträgen und Predigten in verschiedenen Gemeinden haben wir viel Ermutigung und positives Feedback erhalten. Wir durften die ganze Zeit bei meinem Vater in Diegten wohnen und auch sein Auto benutzen, wofür wir sehr dankbar sind. Im September konnte uns Claudias Mutter aus Spanien besuchen. Sie hat sich sehr gefreut die Enkelkinder zu sehen. Weitere Highlights waren die sonnige Ferienwoche im Berner Oberland, die Zeit im Wallis und natürlich das legendäre ICF Herbstcamp in Südfrankreich, wo wir tolle Gemeinschaft geniessen durften. Wir fühlen uns von unserer Heimatgemeinde in vielerlei Hinsicht getragen und das gibt uns grossen Rückhalt für unseren Einsatz hier.
Im September konnte ich im Spital Visp die zweitägige praktische und mündliche Prüfung für den Schwerpunkttitel Traumatologie erfolgreich absolvieren. Jetzt sind alle Unterlagen eingereicht und ich warte auf die Entscheidung der Fachgesellschaft, ob sie mir den Titel erteilen. Es hängt noch davon ab, ob sie meine Tätigkeit in den letzten Jahren hier in Peru anerkennen oder nicht. Bitte betet dafür, dass die Entscheidung positiv ausfällt und wir bald Bescheid kriegen. Um hier bei Diospi Suyana wieder Knochenbrüche operieren zu können, brauche ich diesen Titel. |
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Bild: Familienausflug im schönen Berner Oberland (Giessbachfälle). |
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Bild: Es war mir eine grosse Freude in verschiedenen Gemeinden predigen zu dürfen (Bild: ICF Basel). Die Verbindung zu unserer Heimatgemeinde ist stark und wir sind von ihr sehr gesegnet. |
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Jetzt sind wir schon wieder seit über zwei Monaten zurück in Peru und der Alltag hat sich längst wieder eingespielt. Claudia ist aktuell viel mit dem Bücherladen beschäftigt, den wir jetzt schon über zwei Jahre betreiben. Es läuft gut, besonders jetzt vor der Weihnachtszeit. Wir haben eine zweite Verkäuferin eingestellt und die Öffnungszeiten etwas angepasst um am Abend länger offen zu haben. Wir erhalten immer wieder positive Rückmeldungen von Curahuasinos und auch von den anderen Missionaren, welche oft Bücher zum verschenken einkaufen.
Die Regenzeit hat begonnen und somit haben wir auch wieder genug Wasser im Haus. In den letzten Wochen der Trockenzeit mussten wir öfters mit einem Kübel duschen, da zu wenig Wasser kam. Für nächstes Jahr haben wir mit dem Hauseigentümer geplant eine Pumpe zu installieren, damit die Tanks voll werden auch wenn der Wasserdruck vom Netz ungenügend ist.
Bei meiner Arbeit im Spital bin ich sehr froh um meinen neuen Kollegen Hilbert De Vries aus den Niederlanden. Wir teilen uns die Operationen, Sprechstunden und Notfalldienste, was eine grosse Entlastung für mich bedeutet. Dafür habe ich etwas mehr administrative Aufgaben übernommen und bin jetzt mit der ärztlichen Leitung des Operationstraktes beauftragt. Das Team besteht aktuell aus 12 Pflegefachpersonen (Instrumentier-, Lagerungs- und Anästhesiepersonal). Neben Personalangelegenheiten geht es auch immer wieder um Material und Infrastruktur. |
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Bild: Hilbert und ich sind das neue Dreamteam der Chirurgie. Wir unterhalten uns meist auf Englisch und verstehen uns gut. |
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Bild: In der Weihnachtszeit läuft was im Bücherladen. |
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Samuel schliesst gerade die zweite Klasse ab. Er besucht zweimal die Woche den Deutschraum an der Schule und macht dort auch gute Fortschritte. Er und Nathan gehen dreimal die Woche zu einem Musiklehrer im Dorf. Nathan lernt Keyboard und Samuel Schlagzeug, nachdem ihm die Blockflöte schnell langweilig wurde. Zusätzlich ist noch einmal die Woche Reitunterricht und bald soll Samuel auch im Fussballclub trainieren.
Nathan wird noch ein Jahr länger im Kindergarten bleiben. Da wir ihn bereits ein Jahr vor der offiziellen Schulpflicht in den Kindergarten geschickt hatten, könnte er jetzt schon in die Primarschule wechseln. Wir behalten ihn aber noch ein Jahr zurück, da er mit seinen 5 Jahren noch zu jung für die Primar ist. Er will auch noch nicht in die Schule wechseln. Wir haben das ausführlich mit ihm, den Lehrerinnen und der Schulpsychologin besprochen und diese Entscheidung im gemeinsamen Einverständnis getroffen.
Daniel wurde im Juli in der Schweiz zwei Jahre alt und entwickelt sich zusehends in Sprache und Motorik. Er spricht eine ziemliche Mischung von Spanisch und Schweizerdeutsch, was oft sehr amüsant für uns ist. Wir überlegen jetzt ob wir ihn nächstes Jahr auch wie Nathan ein Jahr zu früh in den Kindergarten schicken wollen oder besser noch ein Jahr warten. |
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Bild: Samuel und Nathan beim Reitunterricht im Garten. |
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Gleich eine Woche nach unserer Rückkehr nach Curahuasi, feierten wir das 43. Jubiläum unserer Gemeinde in Curahuasi. Die "Asambleas de Dios" ist eine der ersten evangelischen Gemeinden in Curahuasi und die Denomination gilt als die grösste in Peru mit landesweit ca. 4000 Gemeinden und über einer Million Mitglieder. Für die Jubiläumsfeier mieteten die Räumlichkeiten einer Schule für ein Wochenende. Es gab Workshops für Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer. Auch Claudia und ich unterrichteten über verschiedene Themen. Seit einem Jahr lebt ein Ärzte-Ehepaar aus Lima mit zwei Kindern in Curahuasi. Wir haben uns angefreundet, sie in unsere Gemeinde eingeladen, und sie engagieren sich dort nun aktiv und bringen frische Ideen in verschiedenen Bereichen. Auch die Musik ist besser geworden, so haben wir jetzt fast jeden Sonntag Begleitung auf dem Keyboard vom Musiklehrer, der unter der Woche auch unsere Jungs unterrichtet. Claudia macht weiterhin Sonntagsschule für die Kinder und ich predige alle ein bis zwei Monate. Michael und Noemi, welche wir schon seit 2015 kennen leiten neu seit einigen Monaten die Jugendgruppe. Sie fahren auch regelmässig in entfernte Bergdörfer und machen dort Kinderprogramme an den Schulen, wofür wir sie auch finanziell unterstützen. |
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Bild: Claudia spricht zu einer Gruppe von Frauen im Rahmen der Jubiläumsfeier der Gemeinde. |
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Bild: Mitarbeiter der Gemeinde: Pastoren, Älteste, Sonntagsschullehrer, Jugendleiter, Musiker, usw. |
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Im November gab es gleich zwei Retiros ("Auszeiten"). Das Männerwochenende in Soraypampa war mit 20 Teilnehmern so gross wie noch nie. Wir wanderten hoch zum Gletscher und erforschten dort die Eisgrotte. An den Abenden gab es gemeinsames Singen, Bibellesen und Gespräche in Kleingruppen.
Das jährliche Missionarsretiro in Urubamba war regnerisch (Foto Regenbogen), dafür waren die Worte von Steve Bartel umso ermutigender. Er war erneut als Redner aus Kolumbien eingeladen. Die Tage vor dem Retiro wohnte er bei uns und sprach auch an der Schule sowie bei einem Event für Pastoren und Gemeindemitarbeiter in Curahuasi. |
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Bild: Wenn Steve Bartel redet, hören alle Missionare gespannt zu. |
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Bild: Tiefe Gespräche mit meinem lieben Freund Matthias am Männerwochenende. |
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Gebetsanliegen Kinderheim
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Seit ca. einem Jahr steht das Kinderheim der Hilfsorganisation ALMA leer. Es bricht uns das Herz, da viele Kinder in Curahuasi unter prekären Umständen leben und einen Platz in einem Heim dringend nötig hätten um vor Gewalt, Missbrauch und Verwahrlosung geschützt sein. Leider musste die Gründerin der Organisation aufgrund einer Krebserkrankung in ihre Heimat nach Australien zurückkehren. Es fehlt also an jemandem der die Leitung des Kinderheimes übernehmen will. Diese Person (oder Ehepaar) sollte nicht nur ein Herz für Kinder in Not haben, sondern auch eine klare Berufung von Gott verspüren. Bitte betet mit uns, dass sich jemand finden lässt. |
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Bild: Es schmerzt uns sehr zu sehen, dass die 60 Betten im Kinderheim leer stehen. |
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Vorletzten Samstag habe ich am Einführungstag für neue Missionare zwei Stunden über die Themen Kulturschock, kulturelle Unterschiede und kulturelle Kompetenzen gesprochen. Im aufmerksamen Publikum sassen auch unsere langjährigen Freunde Gabriel und Rahel Maurer sowie der Internist aus Romanshorn Daniel Ringli. Die Maurers sind noch bis im Februar in der Sprachschule in Cusco. Daniel hat bereits mit seiner Arbeit im Krankenhaus begonnen und übt fleissig sein Quechua mit den Patienten. Da er bereits Spanisch sprach, hat er seine Sprachschulzeit für das Erlernen der Inkasprache genutzt und verblüfft damit sowohl die Patienten als auch die Missionare. Wir freuen uns sehr über die Schweizer Verstärkung im Team, so dass wir dies gebührlich mit einem Fondueabend gefeiert haben. |
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Bild: Fondueplausch am Abend nach dem Kultur-Einführungstag. Am Tisch sitzen die einzigen 10 Personen in Curahuasi die einen Schweizer Pass besitzen. |
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„Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Johannes 8:12)
Wir wünschen euch von Herzen frohe Weihnachten und ein gesegnetes neues Jahr! Möge Gottes Liebe euer Leben immer wieder hell erleuchten!
Liebe Grüsse aus Peru
Eure Familie Steffen
PS: Auf der Website von Diopsi Suyana findet ihr täglich spannende Geschichten rund um das Missionswerk. |
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Bild: Sonntagsspaziergang in Diegten mit Grosspapi, Tante und Onkel. |
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Bild: Daniel ist am 24. Juli zwei Jahre alt geworden. Er ist bereits ein prächtiges Schlitzohr ;-) |
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Bild: Gemeinsam mit Claudias Mutter, feierten wir den Geburtstag von meinem Bruder. |
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Bild: Wertvolle Momente der Freundschaft sind Balsam für die Seele. |
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Bild: Fast wie die Gemüseabteilung im Migros... |
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Bild: Am Männerwochenende erkundeten wir diese eindrückliche Gletscherhöhle auf 5'000m Höhe am Cerro Soray. |
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Bild: Unser neues Haustier Kater "Mitschi" (quechua für Katze) hält die Mäuse fern und spielt gerne mit den Kindern. |
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Bild: Im Juni mit Matthias auf dem Gipfel des Cerro Amparay (5'418m). Möglicherweise eine Erstbesteigung, da es keine dokumentierten Besteigungen gibt und wir auch keine Spuren davon fanden. |
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Bild: Die Jungs hatten riesigen Spass beim Rutschen auf einem Altschneefeld im Sommer oberhalb des Grimselpasses. Schnee ist für Missionarskinder die in Peru leben etwas ganz besonderes! |
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Spenden: Konto: CH92 0900 0000 8004 2881 3 SMG, Industriestrasse 1, 8401 Winterthur Verwendungszweck: Lukas + Claudia Steffen
Spenden für Bücherladen: Verwendungszweck: Steffen Lukas & Claudia, Kostenstelle 137650 Projekt Bücherei Pan de Vida
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