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Newsletter Nr. 13 von Familie Steffen 5/2024
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Liebe Freunde,
was bedeutet es reich zu sein? Genau über dieses Thema habe ich während dem Diospi Suyana Jugendfestival vier mal einen Workshop gegeben mit jeweils zwischen 60 und 100 Teilnehmern. Der Titel auf dem Festivalprogramm war verlockend: "Wie man reich wird". Ich habe dabei über verschiedene Aspekte von materiellem sowie immateriellem Reichtum gesprochen. Ein wichtiges Thema war, die grosse Verantwortung und die Versuchungen die mit wachsendem Reichtum einhergehen. Und dabei habe ich betont, dass für Gott der Zustand unseres Herzens und unser seelisches Heil wichtiger sind als unser materielles Wohlergehen. Weiter ging es um himmlischen Reichtum, den wir nicht hier sondern in der Ewigkeit ansammeln, wo ihn Motten und Rost nicht verderben können. Doch die abschliessende Kernbotschaft des Workshops war folgende: Wenn wir dankbar sind für was wir haben, dann sind wir immer reich, egal wieviel wir haben. |
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Bild: Workshop "Wie man reich wird" während dem Festival. |
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Vom 26. bis 30. April hat Diospi Suyana zum zweiten Mal ein grosses Jugendfestival auf die Beine gestellt. Unter dem Motto "Gozo en los Andes" (Freude/Jubel in den Anden) sind an fünf Abenden 10 christliche Bands aus 10 verschiedenen Ländern aufgetreten. Ca. 4'000 Jugendliche sind aus allen Ecken Perus und sogar aus dem umliegenden Ausland angereist. An den Tagen zuvor wurde eine Zeltstadt aufgebaut, wo etwa 3'000 eine Unterkunft fanden (s. Foto). An vier Tagen wurden morgens und nachmittags Workshops zu unterschiedlichen Themen angeboten. Claudia hat z.B. über "das göttliche Design der Frau" gesprochen. Andere Themen lauteten: "Finde deine Mission", "Sucht überwinden", "Beten wie Jesus", "Ein Geschenk Gottes namens Sex", "Social Media für Gottes Reich", aber auch ganz praktische Kurse wie "Erste Hilfe" oder "Selbstverteidigung für Frauen" waren dabei. Mein persönliches Highlight neben meinem Workshop, war das Konzert der Band "Trinity" aus den Niederlanden. Die drei Brüder sind als "Missionarskinder" in der peruanischen Hauptstadt aufgewachsen und kennen daher die hiesige Sprache und Kultur gut. Die meisten Lieder sangen sie auch auf Spanisch neben einzelnen Stücken auf Englisch, Holländisch, Deutsch und sogar Quechua. Ich würde behaupten, bei keinem der anderen Konzerte war so viel Bewegung und spürbare Freude in der Menge wie bei Trinity. Es war ein richtiges Fest mit ihnen. Als zweite Band an diesem Abend spielte "Montesanto" aus Venezuela, dabei war zeitweise ein Grossteil der Menge auf den Knien und nicht wenige vergossen heilsame Tränen in der Gegenwart Gottes. |
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Bild: Der Zeltplatz nur 10 Minuten zu Fuss von der Festivalbühne entfernt. |
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Am 18. Januar ist Claudia alleine mit den drei Jungs nach Kolumbien gereist. Da es seit Kurzem wieder Direktflüge Cusco-Bogota gibt, blieb ihr das Umsteigen in Lima erspart. Sie war die meiste Zeit in Bogota bei der Familie und konnte mit den Jungs bei Tante Maribel wohnen. Die Reise aufs Land zu den Grosseltern mütterlicherseits war natürlich ein Abenteuer und hat viele schöne Erinnerungen hinterlassen. Ich bin dann drei Wochen später Anfang Februar nachgereist, da ich nicht so lange von der Arbeit weg konnte. Wir verbrachten dann 10 Tage an der Karibikküste in Cartagen und genossen Strand, Pool und gutes Essen. Es war sehr schön. Anschliessend waren wir nochmal eine Woche in Bogota und ich konnte mich wieder bei ein paar spannenden Operationen zusammen mit meinem Freund Ivan und dann auch noch bei seinem Bruder Roger in Barranquilla fachlich weiterbilden. |
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Bild: Mittagessen im Barrio (Stadtviertel) mit Claudias Familie. Ihr Vater (2.v.r.), Grossmutter (3.v.r.) und Tanten, Onkel und Cousins. |
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Bild: Am 11. Februar feierten wir Claudias Geburtstag in Cartagena. |
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Nach unserer Rückreise nach Peru warteten auch schon unsere Freunde Timo und Tikva mit ihren beiden Kindern auf uns. Timo hat mich während mehr als drei Wochen als Chirurg im Krankenhaus vertreten und zum Schluss kam dann noch seine Familie und die befreundete Krankenschwester Ruth um Diospi Suyana live vor Ort kennenzulernen. Es war sehr schön sie bei uns zu haben. |
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Bild: Abschied von Familie Eisenhut und Freundin Ruth. |
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Ende Februar kurz vor Timos Abreise bin ich abends bei uns im Garten in abschüssigem Gelände in ein Loch getreten und haber mir dabei übel den rechten Fuss verdreht. Neben Bänderläsionen am Innen- und Aussenknöchel hat das CT auch eine kleine Knochenabsprengung am Sprungbein (Talus) gezeigt. Ich blieb drei Tage zu Hause und bin dann mit Schiene und Stöcken wieder operieren gegangen. Das Problem ist, dass ich zwei bis drei Monate im Voraus jeden Tag mit Operationen vollgeplant habe. Das macht es sehr schwierig OPs kurzfristig zu verschieben, gerade auch da die Patienten oft von sehr weit her kommen und schon lange auf ihre OP warten. Mit ein paar Schmerztabletten war ich aber schon bald wieder ganz gut auf den Beinen. Ich ging 6 Wochen an Stöcken und nun fast drei Monate später spüre ich nur noch bei falschen Belastungen etwas. |
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Bild: Ich war nach meinem Unfall in guten Händen. Allgemein- und Unfallchirurg Dr. Timo und mein Assistenzarzt Gian-Karlo versorgten mich einwandfrei. Ich erhielt sogar ein CT am gleichen Abend. |
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Claudia hat erneut zwei Events für Pastoren und Leiter aus den Gemeinden organisert und es kamen ca. 80-90 Personen. Der Redner war erneut Stevan Bartel, der uns zum zweiten Mal aus Kolumbien besucht hat. Hauptsächlich ist er für eine mehrtägige Weiterbildung/Auszeit für die Lehrer an der Diospi Suyana Schule angereist. Die Rückmeldungen der Lehrer waren sehr positiv und lauteten von "begeistert" bis "lebensverändernd". Stevans Vorträge und Erzählungen gehen eigentlich immer unter die Haut, denn er hat eine gewisse Authorität um über die besprochenen Themen zu reden. Einerseits weil er über Jahrzehnte im Missionsfeld in Kolumbien so viele wunderbare Erfahrungen mit Gott gesammelt hat und andererseits spricht er einfach mit grosser Liebe für die Menschen die ihm zuhören. |
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Bild: Eindrücke von den Pastorenabenden mit Stevan Bartel. |
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Claudia gibt weiterhin Unterricht in der Sonntagsschule und ich predige hin und wieder in der Gemeinde und an den Morgenandachten im Hospital. Die Vorbereitung einer Predigt ist immer eine wohltuende Auseinandersetzung mit Gottes Wort. Bei den älteren Quechua Leuten kommt vielleicht nicht alles an, aber da hilft manchmal unser Pastor Alberto mit Übersetzung ins Quechua. |
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Bild: Claudia hat in unserer Gemeinde zum Muttertag die Predigt gehalten und anschliessend einen schönen Blumenstrauss geschenkt gekriegt. |
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Die 54-jährige Bacilia hat 8 Kinder alleine in schwierigen Verhältnissen gross gezogen. Leider hatte sie nach einer Darmverdrehung (Sigmavolvulus) vor über einem Jahr Komplikationen und wäre beinahe gestorben. Nach mehreren Operationen in einem schlecht ausgerüsteten staatlichen Krankenhaus, kann man gut verstehen, dass sie nicht unbedingt dorthin zurück wollte um den künstlichen Darmausgang wieder zu verschliessen. Daher hat sich ihr 20-jähriger Sohn auf die weite Reise vom Bundesstaat Ayacucho nach Curahuasi gemacht um mir ihren Fall vorzustellen und um Hilfe zu bitten. Ich habe dann für die OP auch über fünf Stunden gebraucht, aufgrund der schweren Verwachsungen nach den multiplen Voroperationen, doch Gott sei Dank ist alles sehr gut gegangen. Das Vertrauen der Bevölkerung in unser Spital ist gross und in die staatlichen Spitäler schlecht, daher kommen nicht wenige Patienten nach Komplikationen in den staatlichen Krankenhäusern zu uns. |
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Bild: Bacilia und ihr Sohn der sie herbrachte, hier mehrere Wochen nach der Operation bei einem Kontrolltermin. Sie waren sehr dankbar für die Behandlung und froh darüber, jetzt wieder ohne künstlichen Darmausgang leben zu dürfen. |
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Wir sind einfach immer wieder so dankbar für unsere drei gesunden Jungs und für Gottes Führung und Bewahrung in allen Dingen. Samuel ist im März sieben geworden (s. Foto) und geht schon in die zweite Klasse. Zweimal pro Woche besucht er den sogenannten "Deutschraum" wo er zusammen mit anderen Missionarskindern deutsches Schulmaterial unter Aufsicht bearbeitet. Nathan wird bald 5 und ist im letzten Jahr des Kindergartens. Er bleibt der Clown in unserer Familie und zeigt so oft ein grosses Herz für Andere. Und der kleine Dani wird bald zwei, er kann essen wie ein Mähdrescher und wir haben ihn "zum Fressen" gern. Wie viele andere Eltern von kleinen Kindern kommt auch bei uns oft ein Virus nach dem anderen ins Haus. Nathan hat gerade die letzten Tage zum zweiten Mal Fieber innert zwei Wochen. Auch Claudia und mich hat es vor einem Monat schwer erwischt. Der Husten und Müdigkeit hingen noch wochenlang nach. |
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Bild: Samuel arbeitet konzentriert im "Deutschraum". |
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Bild: Nathan mit seinen Schulkameraden bei einer Tanz-Aufführung zum Muttertag. |
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Bild: Dani glücklich beim Spielen im Regen. |
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Wir freuen uns schon riesig auf unseren dreimonatigen Besuch in der Heimat. Die Flüge sind gebucht für den 10. Juli und die Rückreise am 15. Oktober. Die meiste Zeit werden wir wieder im Haus meines Vaters in Diegten wohnen. Unser Wunsch ist es, möglichst viele von euch persönlich treffen zu können. Wie vor zwei Jahren planen wir wieder verschiedene Gemeinden zu besuchen um dort zu erzählen, was wir hier in Peru mit Gott so erleben. Termine in folgenden Gottesdiensten stehen bereits fest:
- 21. Juli um 11:00 Uhr im ICF Lörrach
- 28. Juli um 10:30 Uhr im ICF Baselland
- 04. August um 09:30 Uhr in der FEG Visp
- 11. August um 10:00 Uhr in der Chrischona Känerkinden
- 01. September um 11:00 Uhr im ICF Lörrach
- 22. September im ICF Baselland
Falls uns sonst noch jemand gerne in einen Gottesdienst, eine Jugendgruppe oder zu einem sonstigen Anlass einladen möchte, würden wir uns sehr darüber freuen.
Gottes Segen aus Peru und bis bald!
Eure Familie Steffen
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Bild: Das Hospital von oben. Die Landschaft ist grün während der Regenzeit. |
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Bild: Diesen grausigen Fund habe ich während einer Operation in einem Gallengang gemacht. Es handelt sich um einen Leberegel (Fasciola Hepatica) ein Parasit mit einem komplizierten Lebenszyklus. Nach Wanderung aus dem Darm durch die Bauchhöle gelangt er in die Leber, wo er nach Reifung in die Gallengänge gelangt und dort seine Eier ausscheidet. Übrigens hat er sich noch bewegt bei der OP. |
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Bild: Über Ostern hatten wir eine Retraitte mit abschliessendem Ostergottesdienst auf dem Berg. |
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Bild: Nathan und Samuel mit ihrem Urgrossvater Francisco auf der Finca im Tolima Kolumbien. |
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Bild: Claudia mit ihren drei Tanten und ihrer Grossmutter väterlicherseits in Bogota. |
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Bild: Wir genossen sehr schöne Ferien an der kolumbianischen Karibikküste in Cartagena. |
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Bild: Morgenandacht im Krankenhaus über das Thema wie Gottes Liebe alle Angst vertreibt. Auf dem grossen Bildschirm eingeblendet ist 1. Johannes 4:18. |
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Bild: Auch an diesem Freitag war die Spitalkapelle wie immer gut gefüllt. Unser Pastor Marco (gestreifter Pulli) predigt täglich um 08:30 Uhr, ausser freitags, da übernimmt jeweils einer von den Missionsärzten die Predigt. |
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Bild: Über Pakete aus der Schweiz freuen wir uns immer ganz besonders. Das hier war von Ursula aus Thun, natürlich mit viel Schokolade. |
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Bild: Mit über 20 Kindern feierten wir Samuels 7. Geburtstag bei uns im Garten. |
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Bild: Dickdarmverdrehungen (Sigmavolvulus) sind hier deutlich häufiger als in Europa. Wahrscheinlich liegt es an der Ernährung und auch an der Höhe in der die Menschen tlw. leben (stärkere Gasausdehnung bei tieferem atmosphärischem Druck). |
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Bild: Mit Sämi und Nathan auf einer Wanderung, im Hindergrund die Schneeberge der Cordillera Vilcabamba. |
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Spenden: Konto: CH92 0900 0000 8004 2881 3 SMG, Industriestrasse 1, 8401 Winterthur Verwendungszweck: Lukas + Claudia Steffen
Spenden für Bücherladen: Verwendungszweck: Steffen Lukas & Claudia, Kostenstelle 137650 Projekt Bücherei Pan de Vida
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