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Liebe Freunde,
vor zwei Wochen fand zum dritten Mal das Diospi Suyana Jugendfestival statt. Jedes Jahr etwas grösser, dieses Mal zählten wir über 4500 Teilnehmer. Die Arena war jeden Abend voll und auch bei den Workshops war oft nicht genügend Platz für alle Teilnehmer. Die fünf Tage waren durch und durch gesegnet, das Wetter war gut, es gab keine relevanten Zwischenfälle, Unfälle oder Krankheitsausbrüche im Zeltlager und die Musiker, Pastoren und Mitarbeiter kamen wie geplant. Die Predigten und Zeugnisse des Glaubens waren tief inspirierend und in den Anbetungszeiten war Gottes Gegenwart spürbar. Für uns Christen sind solche Tage wie ein Stück offener Himmel. |
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Bild: Gebetszeit für Peru auf dem Hausberg "Capitan Rumi". Am Festival fanden sich Teilnehmer aus allen 24 Bundesstaaten Perus sowie aus insgesamt 22 verschiedenen Ländern. |
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Ich habe wie am letzten Festival wieder einen Workshop über "wahren Reichtum" gegeben und dabei versucht den Teilnehmern etwas über das Anhäufen von Schätzen im Himmelreich und Dankbarkeit als Schlüssel zu wahrer Zufriedenheit weiterzugeben. Der Anlass war jeden Tag bereits 20-30 Minuten vor Beginn voll besetzt und viele konnten leider nicht mehr reingelassen werden. Die Rückmeldungen der Teilnehmer waren durchwegs positiv und ich glaube bei manchen gab es einige echte "Aha-Erlebnisse". |
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Bild: In der Festival-Zeltstadt gab es dieses Jahr Übernachtungsplätze für 4.000 Besucher. |
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Wie letztes Jahr schlossen wir den Bücherladen im Ort und installierten uns neben anderen Bücherständen in einem grossen Zelt direkt vor dem Eingang zur Festivalbühne. Das Interesse an christlicher Literatur war sehr gross und Claudia war während den fünf Tagen jeweils bis in die Nacht hinein am beraten und verkaufen. Bei der ununterbrochenen Nachfrage waren wir froh, dass sie zeitweise jemanden fand der sie ablösen konnte. |
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Bild: Claudia am Verkaufsstand von unserem Bücherladen "Pan de Vida". Wir beten, dass die Jugendlichen auch lesen was sie gekauft haben. |
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Wir hatten während dem Festival also viele gesegnete Momente und spannende Begegnungen, aber mein persönliches Highlight war jedoch eine ganz spezielle neue Freundschaft. Pablo wurde mir von einer ehemaligen Anästhesistin ein paar Tage vor dem Festival vorgestellt. Er ist mit seiner Frau und Tochter aus Chile angereist und als ich ihn fragte warum er hier ist, überraschte er mich mit seiner Antwort "um für einen offenen Himmel während dem Festival zu beten". Wir kamen sofort ins Gespräch und spürten schon bald eine starke Verbindung im Heiligen Geist. Pablo stammt aus Kamerun, wo er muslimisch aufwuchs und bereits als Jugendlicher eifrig für den Islam missionierte. Er erzählte wie er im Islam zwar eine klare Moral und auch viel Kraft fand, aber ihm schlussendlich die Liebe fehlte. Und diese fand er bei Jesus. Nach seiner Konversion musste er um sein Leben fürchten und in eine andere Stadt fliehen. Christliche Missionare haben ihn versteckt und ihn im Glauben gestärkt. Später konnte er dank einem Stipendium nach Kuba um dort Medizin zu studieren. Der Kampf gegen den Islam wechselte zum Kampf gegen den Kommunismus. Während seinem Studium gründete er Gemeinden, welche mit einfachen Treffen im Park begannen. Er lernte seine Frau kennen, welche auch Ärztin ist und aus Kolumbien stammt. Nach einem Missionseinsatz in den Kurdengebieten des Iraks führte sie Gott nach Chile wo sie aktuell leben. Ich konnte Pablo während dem Festival näher kennenlernen und ein paar Mal gemeinsam mit ihm beten. Sein Glaube hat mich stark inspiriert und ich bin Gott dankbar für diesen neuen Freund. |
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Bild: Beim Festival mit Pablo (links) und dem Neurochirurg Julio (Mitte). Im Hintergrund lächelt Missionar Jannik und Klaus schiesst gerade ein Foto für die Website. |
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Wir haben euch in der Vergangenheit immer wieder von den sieben Waisenkindern aus Puca Puca berichtet. Die fünf älteren Geschwister leben zur Zeit nicht mehr in Curahuasi, entweder um einer Ausbildung oder einer Arbeit nachzugehen. Die beiden jüngsten Brüder heissen Dayro (14) und Daniel (12) und sie leben praktisch auf sich allein gestellt in einem sehr einfachen Haus etwas ausserhalb von Curahuasi. Sie kommen regelmässig zu uns zum Essen. Während dem Festival haben sie bei uns gewohnt und auch ihre ältere Schwester kam zu den Konzerten. Seit diesem Schuljahr konnten wir die beiden auch an der Diospi Suyana Schule einschreiben und sehen seither grosse Fortschritte. Sie kommen auch häufiger, ja fast regelmässig am Sonntag in den Gottesdienst und anschliessend zu uns zum Essen und Spielen. Bitte betet für die beiden, dass Gott sie bewahrt und sie im Glauben wachsen dürfen. |
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Bild: Sonntagsausflug mit Dayro und Daniel zu einem kleinen Bergsee oberhalb von Curahuasi. |
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Bei der Arbeit bin ich sehr glücklich, dass ich mit Hilbert zusammen arbeiten darf. Vieles ist Routine geworden und bei den schwierigeren Fällen können wir uns gegenseitig gut unterstützen. Ich fand auch Zeit meine OP-Statistik zu aktualisieren. 2023 ist bisher das Rekordjahr in dem ich 646 Eingriffe durchführte. Im 2022 mit 481 und 2024 mit 400 Operationen waren es etwas weniger, da wir in diesen Jahren jeweils für drei Monate in der Schweiz waren. Ich bin Gott sehr dankbar, dass es wenig Komplikationen gibt. Unmittelbar vor dem Hautschnitt von jedem Eingriff spreche ich ein kurzes Gebet laut im OP-Saal und ich bin überzeugt, dass Gott diese Gebete hört und mich bei der Arbeit bewahrt. |
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Der Patient auf obigem Bild hatte einen grossen Magentumor weshalb er nichts mehr essen konnte. In einer fünfstündigen Operation habe ich ihm den gesamten Magen und auch die umliegenden Lymphknoten entfernt und ihm dann die Speiseröhre direkt mit dem Dünndarm verbunden. Es war sicherlich einer der grössten Eingriffe die ich hier gemacht habe und ich war sehr froh, dass der Patient nach gut einer Woche ohne Komplikationen wieder nach Hause konnte. |
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Im Wie im letzten Rundbrief berichtet, konnte ich im September in der Schweiz die Prüfung für den Schwerpunkttitel für Unfallchirurgie absolvieren. Inzwischen habe ich das Diplom (s. Foto) erhalten und es bei den peruanischen Behörden eingereicht. Der Prozess für die Anerkennung, gestaltet sich bisher als mühsam und langwierig. Klaus John hatte letzte Woche mehrere Treffen mit hochrangigen Politikern in Lima um das Anliegen voranzubringen. Bitte betet, dass die zuständigen Behörden "SUNEDU" und "Colegio Medico" bald grünes Licht geben, damit wir wieder unfallchirurgische Eingriffe bei Diospi Suyana anbieten können. Davon abhängig ist auch der Einsatz von Timo Eisenhut. Er hat nämlich das gleiche Diplom bereits vor mir eingereicht und möchte mit seiner Familie herkommen um hier als Unfallchirurg zu arbeiten. |
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Wir hatten in den letzten Monaten gleich mehrere schöne Besuche aus der Schweiz. Daniel und Noemi Buess kamen uns aus Binningen besuchen mit ihren drei Kindern. Nach ein paar Tagen bei uns zu Hause fuhren wir nach Urubamba und erkundeten gemeinsam das heilige Tal der Inkas. Es entstanden dabei viele schöne Erinnerungen und wir danken Gott für Bewahrung auf der Strasse und die gute Freundschaft. Auch der Besuch von Markus und Julianna Rolli war wunderbar. Sie sind schon den frühen Anfängen bei Diospi Suyana involviert und haben während sechs Jahren hier mitgearbeitet. Es war ein schönes Wiedersehen. Während dem Festival hatten wir auch noch Besuch von Steven de Jager mit seinen zwei ältesten Töchtern aus den Niederlanden. Die Familie De Jager lebte über drei Jahre hier und Steven arbeitete als Verwaltungsdirektor. Am Festival gab er auch einen Workshop und konnte mit seinen Töchtern viele Erinnerungen an Curahuasi aufleben lassen. |
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Bild: Mit Familie Buess in Urubamba. |
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Bild: Pizzaessen hier im Ort mit Markus und Julianna. |
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Gottes Reich auf Erden: Gesunde Familien
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Wir leben in einer Zeit, in welcher das traditionelle christliche Familienbild zunehmend zerstört wird durch Ideologien, welche von Individualismus und Relativismus geprägt sind. Das christliche Verständnis von Familie als heiliger Bund zwischen Mann, Frau und Gott wird zugunsten von egoistischer Selbstverwirklichung und flexibler Lebensmodelle abgebaut. Die Gender-Ideologie verunstaltet die Identität und Rolle von Mann und Frau in der Familie und der Gesellschaft. Karriere und Materialismus werden höher eingestuft als Ehe und Elternschaft. Scheidungen und Abtreibungen sind normal geworden und widersprechen der Heiligkeit der Ehe und des Lebens. Die radikale Klimaideologie, welche die Schöpfung schon längst über den Schöpfer erhöht hat, geht inzwischen so weit, dass sie den Menschen als schädlichen Parasit auf unserem Planeten darstellt. Zusätzlich dazu, dass Kinder als Hindernis für die Selbstentfaltung, statt als Geschenk Gottes gesehen werden, sind sie nun auch noch zusätzliche CO2-Produzenten und sind deshalb umweltschädlich. Dann gibt es diese zunehmende "cancel culture", welche eine Person boykottieren oder als sozial geächtet ausgrenzen will, nur weil diese etwas "politisch unkorrektes" gesagt hat. Leider hält die Angst davor "gecancelt" zu werden viele Christen davon ab, den Glauben offen zu bekennen oder sich zu kontroversen Themen zu äussern.
Claudia und ich glauben daran, dass Gott durch gesunde Familien ein Stück von seinem Reich hier auf Erden bringen kann. Daher wollen wir uns immer wieder selbst herausfordern, wie wir unser Familienleben respektive unsere Ehe und die Beziehungen zu unseren Kindern verbessern können. Wir erleben es als grossen Segen, dass Claudia seit der Geburt von Dani mehrheitlich zu Hause sein kann und ihre göttliche Berufung und Rolle im Muttersein findet. Für mich als Vater ist es das Ziel, dass meine Jungs lernen Verantwortung zu übernehmen für ihr Handeln. Ich wünsche mir aber auch, dass ich ihnen etwas von Gottes himmlischer Vaterschaft vermitteln kann. Dafür bete ich um Geduld, Weisheit und Liebe für sie. Wir erleben auch immer wieder wie Gott unsere eigenen Mängel, welche teilweise bis auf unsere Kindheit zurückgehen, im alltäglichen Familienleben aufzeigt und auch heilt. Die Ehe und das Elternsein wären für uns ohne Gottes Hilfe wirklich unvorstellbar. Aber Gott ist treu und Er hilft in jeder Situation, wenn wir zu Ihm beten. |
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Bild: Es ist unser ständiges Gebet, dass Gott unsere Kinder bewahrt und uns Weisheit und Liebe für die Erziehung gibt. |
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Stephanus aber blickte, erfüllt vom Heiligen Geist, fest zum Himmel auf und sah dort Gott in seiner Herrlichkeit und Jesus an seiner rechten Seite. »Ich sehe den Himmel offen«, rief Stephanus, »und Jesus, den Menschensohn, auf dem Ehrenplatz an Gottes rechter Seite stehen!« (Apostelgeschichte 7:55-56)
Stephanus ging als erster christlicher Märtyrer in die Geschichte ein und wir können seine Geschichte in den Kapiteln 6-8 der Apostelgeschichte lesen. Er war ein Mann "voll Glaubens und heiligen Geistes" und gilt auch als erster Diakon des Christentums. Mutig predigte er Jesus als den Messias und wurde deshalb von den Schriftgelehrten verurteilt und daraufhin gesteinigt. Kurz vor seinem Tod hatte er eine Vision und sah Jesus auf dem Ehrenplatz an Gottes rechter Seite. Ich bin überzeugt, dass wenn wir, wie Stephanus, bereit sind für unseren Glauben Nachteile und Leid in Kauf zu nehmen, wir auch solche Momente des offenen Himmels erleben dürfen und Gottes Herrlichkeit sich uns persönlich offenbart.
Damit wünschen wir euch offene Himmel für euer Leben!
Liebe Grüsse aus Peru
Eure Familie Steffen |
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Bild: Zum Schuljahresbeginn bin ich mit Samuel und Nathan in die Berge zum Wandern gegangen. Die Übernachtung im Zelt auf 4250m war ein bisschen kalt aber hat trotzdem Spass gemacht. |
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Bild: Viele Freunde feierten mit Sämi seinen 8. Geburtstag. |
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Bild: Auch Claudia konnte im Februar ihren Geburtstag feiern. Gemeinsam mit vielen Freundinnen in einem lokalen Restaurant. |
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Bild: Im April feierten wir die Taufe von fünf Jugendlichen und einer älteren Dame. Taufen sind immer ein sehr bewegendes Zeugnis von Gottes Wirken in den Herzen der Menschen. |
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Bild: Ende März organisierte Claudia ein Wochenende für ca. 30 Frauen aus der Gemeinde. Der Titel lautete "amadas" (geliebt) und es ging unter anderem um innere Heilung des Herzens. |
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Bild: Im Januar luden wir die Leiterschaft unserer Gemeinde zum Mittagessen ein. Es ergaben sich viele gute Gespräche und solche Treffen stärken die Einheit und motivieren. |
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Bild: Wenn Papa am Wochenende zur Patientenvisite geht, kommen die Jungs manchmal mit und spielen vor dem Spital auf dem Spielplatz oder lesen wie hier Comics auf dem Spitalgang. |
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Bild: Die Jungs müssen bei der Gartenarbeit helfen, manchmal auch widerwillig... |
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Bild: Am 24.12.24 feierten wir Heiligabend bei uns zu Hause mit fünf von den sieben Waisen und mit der Familie unserer Haushaltshilfe Zenovia. |
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Bild: Den Weihnachtstag feierten wir gemeinsam mit Maurers und machten einen kleinen Ausflug auf den Hausberg "Capitan Rumi". |
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Bild: Claudia redet gerne mit Verkäuferinnen auf dem Markt oder in Läden. Sie erzählt ihnen von Gott und dass Jesus sie liebt. Gemäss ihrem strahlenden Lächeln, hat diesen vier Frauen an einem Verkaufsstand einer Raststätte das Gespräch anscheinend Freude bereitet. |
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Spenden: Konto: CH92 0900 0000 8004 2881 3 SMG, Industriestrasse 1, 8401 Winterthur Verwendungszweck: Lukas + Claudia Steffen
Spenden für Bücherladen: Verwendungszweck: Steffen Lukas & Claudia, Kostenstelle 137650 Projekt Bücherei Pan de Vida
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